Market Maker Performance Measurement

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Quotierung durch Market Maker

Wer an der Börse Geschäfte machen will, sollte Liquidität im Orderbuch vorweisen können. Es ist das zentrale Asset, um weiteren Orderflow anzuziehen. Wichtig ist also, am Terminmarkt eine Grundversorgung in handelbaren Terminen zu erreichen. Ein gewisses Preisbild soll damit gezeigt werden können.

Genau für diesen Zweck gibt es Market Maker (MM). Dabei handelt es sich um Proprietär-Handelsteilnehmer, die auf eigene Rechnung und eigenes Risiko handeln.

Market Maker

Ein Market Maker stellt verbindliche, das heißt direkt handelbare Quotes in das Orderbuch. Diese unterscheiden sich von den indikativen Quotes im Spezialistenmodell am Kassamarkt. Sie sind folgendermaßen aufgebaut:

Ein Quote besteht aus einem Kauf- und Verkaufangebot mit einem gewissen Spread. Weil die Orders in der Regel für eine bestimmte Zeit im Orderbuch stehen, stellen sie echte Liquidität dar.

Ermittelt werden die zu quotierenden Serien um den at-the-money Strike und entlang der verschiedenen Ausübungstermine.

Ein Market Maker verpflichtet sich dazu, Quotes in guter Qualität über einen Mindestzeitraum im Orderbuch zu unterhalten. Das bedeutet, dass Mindestanforderungen an die maximale Geld-Brief-Spanne und das minimale Quote Volumen erfüllt sind.

Darüber hinaus unterscheidet man zwischen Permanent Quotation (PQ) und Quotation on Request (QR), je nach Häufigkeit der Einstellung von Quotes:

  • Bei PQ wird erwartet, dass kontinuierlich Quotes in das Orderbuch eingestellt werden.
  • Im Gegensatz dazu antwortet das QR lediglich auf eine systemseitig eingestellte Anfrage für einen Quote.

Die Relevanz dieser Praxis ist schnell an den Statistiken zu erkennen: Börsentäglich veranlassen Market Maker zwischen 700 bis 1300 Millionen Quote-Transaktionen.

Aufgabe: Strike Price Window erkennen

Um Liquidität optimal zu bündeln, wird das Strike Price Window (SPW) bestimmt. Hierzu wird der Zielkorridor der zu quotierenden Serien berechnet.

Die Quotierung wird an drei Kriterien gemessen: Hinsichtlich der Güte der eingestellten Quotes, der Quote-Präsenz und der Wettbewerbsfähigkeit. Letzteres betrifft die Frage, wie stark der Market Maker die Mindestanforderungen verbessert hat.

  • Anwendung der Quotierungsobligationen bestehend aus einer über 50 Parameter umfassenden Spezifikation
  • Ermittlung der Erfüllung der Mindestanforderungen
  • Ermittlung des Überfüllungsgrads der Mindestanforderungen
  • Ermittlung der besten Gesamterfüllung unter Beachtung alternativer Paketerfüllungen
  • Mitteilung der Erfüllung auf Teilnehmer-Paket-Ebene an das Rechnungserstellungssystem SAP R/3 zur Rabattierung der Handelsentgelte
  • Kontinuierliches, tägliches Reporting der detaillierten Performance Ergebnisse an die Market Maker
  • Berichtswesen, welches sowohl Ad Hoc Analysen also auch ein regelmäßiges Standard-Reporting erlaubt

Lösung: Market Maker Performance Measurement

  • Integration der 700-1300 Millionen Quote-Transaktionen direkt vom Handelssystem zu definierten Snapshot-Zeitpunkten
  • Datenintegration und -transformation auf Basis von Informatica PowerCenter
  • Entwicklung eines Verfahrens zur dynamischen Ermittlung von Partitionierungseinheiten. Diese bereiten die abzulegenden Zwischenergebnisse für einen gleichverteilten Parallelisierungsansatz im nächsten Schritt vor. Sie beachten dabei fachliche und technische Datenverteilungsaspekten.
  • Entwicklung eines Verfahrens zum Time Slicing. Hierbei wird durch das Scannen des Datenhaushalts und der theoretsich abgeschätzten entstehenden Mengen in einem Join entschieden, ob Quote Intervalle durch weitere zeitliche Schnitte unterteilt werden sollen. Dadurch wird das Problem quadratisch steigender Join-Mengen nur auf lokalen und damit vergleichbar kleineren Ausgangsmengen beherrschbar gehalten (Abschätzung o(n²) ggü. der Summe kleinerer o(n²))
  • Die Konzepte zur Dynamic Partition Routing und Time Slicing wurden so implementiert, dass sie auch in anderen Applikationen universell zu ähnlichen Problemen eingesetzt werden können
  • Reguläres Reporting über das Handelssystem-Netzwerk auf Basis von XML-Reports und mittels eines XSLT-Prozesses hiervon abgeleiteter Ansichts-/ Textversionen dieser Reports
  • Reporting-Komponente auf Basis von MS Analysis Services

Facts & Figures

  • Implementierungsprojekt: Umfang 200 PT, drei Monate Laufzeit
  • 190000 handelbare Serien, die meisten sind Optionsserien mit einem oder mehreren Quotierungsprogrammen
  • Die Datenbasis stellen die pro Tag anfallenden ca. 700 bis 1300 Millionen Quote-Transaktionen dar
  • In weiteren Ausbauphasen wurden Konzepte zur Market Maker Competitiveness-Rechnung implementiert, sowie weitere Arten von Quotierungsformen (Quotierung in Auktionen und Mischformen, alternative Kontraktauswahl vor Lieferzeitpunkten/ Verfallterminen)
  • Oracle, Informatica PowerCenter, XML, XSLT

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