Data Warehouse für Central Counterparty 4.67/5 (3)

Ausgangssituation

Ein Clearing House agiert als Zentraler Kontrahent (Central Counterparty – CCP) zwischen den Vertragspartnern eines Geschäftsabschlusses und stellt die Erfüllung des Geschäftes sicher. Das Clearing House übernimmt dabei diverse Risiken, die die Handelspartner bei Abschlüssen nicht mehr zu betrachten brauchen.

Auch bei Geschäften am Kassamarkt fallen Geschäftsabschluss und -erfüllung auseinander: In Deutschland ist es Börsen-Usance, ein Geschäft zwei Tage nach Abschluss abgewickelt zu haben. Der Central Counterparty löst die bilaterale Geschäftsbeziehung zwischen Käufer und Verkäufer direkt nach Geschäftsabschluss auf und ersetzt diese so, dass der Central Counterparty der Verkäufer zum Käufer und der Käufer zum Verkäufer darstellt.

Im Central Counterparty System werden die Geschäfte verwaltet (u.a. werden Corporate Actions angewandt) und gemäß Abwicklungsstatus und der eingestellten Abrechnungsart in den Aufrechnungsblöcken berücksichtigt. Ein gewünschter Effekt ist eine erhöhte Abwicklungseffizienz, da viele Transaktion zu einer oder wenigen Abwicklungsinstruktionen aggregiert werden.

Die Kunden des Central Counterpartys sind die Clearing Teilnehmer, die wiederum ihre Clearing-Services für Handelsteilnehmer anbieten. Mit jedem Geschäft wird eine Geschäftsbeziehung zwischen Central Counterparty, Clearing Teilnehmer, und Handelsteilnehmer etabliert, die über eine gewisse Zeitspanne hinweg durch diverse Transkationen verwaltet und abgewickelt wird.

Aufgabenstellung

  • Das Central Counterparty System unterhält alle Informationen, die für die gegenwärtige Abwicklung der noch nicht abgeschlossenen Geschäfte relevant sind, aber führt als operatives System kein Langzeitgedächtnis.
  • Verschiedene Geschäftsbereiche erfordern die Betrachtung und Analyse der Historie von Geschäftsabwicklungsprozessen – bspw. kann für Clearing Operations die Nachverfolgung von Transaktionen zum Lifecycle eines Geschäfts aus operativen Gesichtspunkten notwendig sein, oder Clearing Design will die verschiedenen Clearing Lizenzen hinsichtlich der Abwicklungseffizienz und des Gebrauchs analyiseren etc.
  • Daher ist der Aufbau eines Data Warehouse mit täglichen Ladezyklen aller an einem Tag im Central Counterparty System verwalteten und neu entstandenen Daten notwendig.
  • Das Data Warehouse soll die Basis für ein analytisches Reporting bieten.
  • Darüber hinaus soll der Lebenszyklus von der Entstehung eines Geschäfts, der Berücksichtung von Corporate Actions, des Aufrechnens innerhalb von Netting-Blöcken und der letztendlichen Abwicklung explizit nachvollziehbar gemacht werden.
  • Diverse operativen und analytischen Berichte sollen die verschiedenen Geschäftseinheiten bei der Analyse des Central Counterparty-Datenhaushalts effizient unterstützen.

Lösung

  • Integration der ca. 80 Quelldateien aus drei verschiedenen Batches
  • Datenintegration und -transformation auf Basis von Informatica PowerCenter
  • Identifikation der Objektarten, der Transaktionen und Stammdaten und Klassifikation in zeitlich zu versionierende Stammdatenobjekte, zeitlich zu versionierende Beziehungen von Objekten, Wertebereiche und Fakten
  • Mapping der verschiedenen klassifizierten Informationen zu Datenmodell-Konstrukten und Verarbeitungsprozessmustern.
  • Konsequente Anwendung der integration-factory-Design Pattern und der integration-factory-Kernkomponenten zum Aufbau einer Informationsfabrik und damit Schaffung des Kerndatenbestandes innerhalb kürzester Zeit.
  • Umsetzung von Datentransformationsprozessen auf Basis von Informatica PowerCenter zur Berechnung des Lebenszyklus von Geschäften.

Facts & Figures

  • Implementierungsprojekt: Initialer Umfang 200 PT, zwei Monate Laufzeit
  • 80 Quelldateien, täglich ca. acht GB Datenvolumen
  • Technik: Oracle, Informatica PowerCenter, BMC Control-M